okWir verwenden Cookies, um unsere Webseiten besser an Ihre Bedürfnisse anpassen zu können. Durch die Nutzung unserer Webseiten akzeptieren Sie die Speicherung von Cookies auf Ihrem Computer, Tablet oder Smartphone.
mehr erfahren »
Fachschule für Gestaltung  >>   Sto-Stiftung

 

 

Presseinformation 03/2020 der Sto-Stiftung

: : Sto-Stiftung vergibt Stipendien für die Ausbildung zum staatlich geprüften Gestalter


Von der Baustelle zurück

auf die Schulbank

Essen, Januar 2020. Nach der Lehre ist vor der Ausbildung weiß Michael Giedemann (24) zu berichten. Der Malergeselle aus dem baden-württembergischen Lahr hat nach vier Jahren auf der Baustelle den Entschluss gefasst, sich beruflich weiterentwickeln zu wollen. Seit 2019 absolviert er eine Ausbildung zum „staatlich geprüften Gestalter“ an der Badischen Malerfachschule in Lahr. Unterstützt wird er dabei von der gemeinnützigen Sto-Stiftung mit einem Stipendium in Höhe von 1.000 Euro pro Semester. Giedemann ist einer von derzeit sieben Stipendiaten, die von der Sto-Stiftung an sieben Fachschulen in Deutschland, bei ihrer Ausbildung zum Techniker gefördert werden.

 

Michael Giedemann absolviert noch bis zum Sommer 2020 eine Ausbildung zum „staatlich geprüften Gestalter“ an der badischen Malerfachschule in Lahr. Seine berufliche Zukunft sieht der Malergeselle im Vertrieb eines Farben- und Lackherstellers, schließt aber auch ein duales Studium im Fach Betriebswirtschaftslehre nicht aus.
Foto: Sto-Stiftung / Christoph Große

Von der Hauptschule zum Techniker
Giedemanns beruflicher Werdegang zeigt, dass auch eine Ausbildung im Handwerk ein Sprungbrett für die Karriereleiter sein kann. „Ich wusste nach meinem Hauptschulabschluss noch nicht, welchen Weg ich gehen möchte. Bei einem Ferienjob habe ich in beim örtlichen Maler ausgeholfen. Ich hatte Spaß an der Arbeit und habe in dem Betrieb eine Ausbildung zum Maler- und Lackierer gemacht“, erklärt er. Giedemann mag seine Arbeit. „Ich sehe am Ende des Tages das Ergebnis und das macht mich stolz“, erklärt er.

Dennoch reicht es ihm nicht. Der geringe Verdienst sowie eine Sportverletzung, die eine Beschäftigung auf der Baustelle bis ins Rentenalter unmöglich macht, haben ihn zum Umdenken gebracht. „Ich wollte in der Branche bleiben und habe mich informiert, was für Möglichkeiten der Weiterbildung ich habe“, erklärt er. Die Ausbildung zum „staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker“ ist für ihn genau die Richtige.

„Ich bin begeistert“, sagt er schlicht auf die Vorzüge der Ausbildung angesprochen. „Ich kann inhaltlich mehr in die Tiefe gehen. Als Geselle auf der Baustelle arbeite ich mit diversen Produkten weiß aber nicht viel darüber. Das Hintergrundwissen über die Herstellung und Zusammensetzung der Farben und Lacke zum Beispiel, welches ich derzeit erwerbe, ist großartig“, gerät er ins Schwärmen.

Duales Studium als nächster Schritt
Neben betrieblicher Kommunikation, Mathematik und Englisch liegt ein deutlicher Schwerpunkt der Ausbildung auf den gestaltenden Fächern wie Gestaltungslehre, Entwurf und Schrift sowie der Arbeit am Computer. „Am Ende des ersten Ausbildungsjahres habe ich meine Meisterprüfung abgelegt und bestanden“, sagt Giedemann. Die Begeisterung für die Ausbildung ist sicher ein Grund für die hervorragenden Noten des jungen Gesellen. „Ich wurde von meinem Lehrer angesprochen, ob ich mich für ein Stipendium der Sto-Stiftung bewerben möchte“, erklärt Giedemann.

Er hat die Herausforderung angenommen und ist dankbar dafür, ausgewählt worden zu sein. „Das Stipendium ist eine wunderbare finanzielle Unterstützung“, erklärt der Stipendiat. Da die Ausbildung in Vollzeit stattfindet, kann Giedemann lediglich an den Wochenenden oder in den Ferien in seinem alten Betrieb etwas dazu verdienen. „Die Ausbildung kostet 750 Euro im Semester plus Fachbücher und Materialien für die Werkstätten. Dafür kann ich das Geld sehr gut gebrauchen“, freut sich der angehende Techniker.

Nach der Ausbildung zieht es ihn in die Industrie. „Ich könnte mir vorstellen, im Vertrieb eines Farb- und Lackherstellers zu arbeiten“, sagt Giedemann, schließt aber auch ein duales Studium der Betriebswirtschaft nicht aus. „Ich habe in der Ausbildung eine neue Seite von mir entdeckt. Die betriebswirtschaftlichen Fächer liegen mir. Das hätte ich mit meinem Hauptschulabschluss nie gedacht“, sagt er und schmunzelt.

Weitere Informationen: www.sto-stiftung.de

Lacktechnik-Stipendiaten mit ihren Fachlehrern von den sieben deutschen Fachschulen Farbe vor der Bauhaus-Universität. Farbe, Form und Gestaltung werden sie auf ihrem Berufsweg begleiten. Foto: Sto-Stiftung / Christoph Große

 

Presseinformation 12/2019 der Sto-Stiftung

: :
Lacktechnik-Stipendiaten der Sto-Stiftung trafen sich zum Auftaktseminar in Weimar


Klassiker erlebt von Goethe bis Bauhaus

Essen. „Aufschieben macht durchaus Sinn. Es hilft, die Gedanken frei zu machen“.
Erleichterung beim Statement von Kommunikationstrainerin Britta Kick zum Zeitmanagement,
hatte Nina doch zuvor berichtet, dass sie die ganze Wohnung aufräumen könne,
wenn sie Abgabetermin habe. Zustimmendes Nicken auch von Kai, Juliane, Sabrina, Alina,
Michaela und Michael. Sie alle verbindet jedoch mehr als diese Erfahrung.
Die jungen Frauen und Männer, darunter Michael Giedemann von der Badischen Malerfachschule Lahr,
absolvieren ein zweijähriges Studium an den bundesweit sieben Fachschulen Farbe und
werden auf ihrem Weg zum „Staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker“ von der Sto-
Stiftung mit einem Stipendium gefördert.
 

 

 

 

 

 

Michael Giedemann von der Badischen Malerfachschule Lahr wird von der Sto-Stiftung bei der beruflichen Weiterbildung zum Staatlich geprüften Gestalter gefördert.
Foto: Sto-Stiftung / Christoph Große

 

Interview mit Michael Giedemann und Hans Peter Misiewicz auf youtube https://www.youtube.com/watch?v=zac3TllR20I9


In Weimar trafen sie sich zum ersten Mal und stellten unter Beweis, wie sehr das gleiche Ziel
und gemeinsame Erfahrungen verbinden können. Juliane aus Hildesheim und Sabrina aus
München über die Atmosphäre: „Wir haben uns alle gleich miteinander wohl gefühlt und
lebhaft ausgetauscht.“ Nicht ganz unschuldig am tollen Spirit während der drei Tage in der
thüringischen Klassikerstadt sind Stiftungsrat Konrad Richter und Stiftungsratsvorsitzender Uwe Koos.
Seit Jahren widmen sie sich für die Sto-Stiftung der Förderung junger Malergesellinnen und
-gesellen und eröffnen ihnen damit vielfältige Karrierewege. Denn nach zwei Jahren Schulbank-
Drücken an einer der deutschen Fachschulen Farbe in Berlin, Fulda, Hamburg, Hildesheim, Lahr,
München oder Stuttgart haben sie den Abschluss samt Meisterprüfung in der Tasche und erwerben
nach einer Zusatzprüfung Hochschulreife.  

Die beiden sind sichtlich stolz darauf, inzwischen fast 70 Stipendiaten nach dem Prinzip der
Bildungspyramide, mit der die Sto-Stiftung den Handwerksnachwuchs von der Ausbildung bis
zum Hochschulstudium fördert, begleitet zu haben. Kommunikationstrainerin Britta Kick aus Dresden,
ebenfalls schon mehrere Jahre dabei, teilt die Begeisterung von Richter und Koos:
„Wir verbringen drei Tage mit jungen Leuten und es macht einfach Spaß, zu erleben, wie wissbegierig
und motiviert sie sind. Ich bin immer aufs Neue überrascht von der Klarheit, mit der sie ihre
Ziele verfolgen.“

Dazu zählen beispielsweise die geplante Übernahme des Familienbetriebs, eine Karriere in der
Forschung oder Industrie sowie Teamleiter für das Gewerk auf der Baustelle. Das etwa plant
Michaela von der Fachschule für Farbe und Gestaltung Stuttgart, und spezialisiert sich dafür auf
Betriebsmanagement.

Die Chance zum Austauschen und Netzwerken nutzten auch die mitgereisten Lehrer, die über die
Ausrichtung ihrer Fachschulen, Perspektiven der Ausbildung und wirksame Wege,
junge Menschen für das Handwerk zu gewinnen, diskutierten.

Farbe, Form und klassisches Erbe nahmen für die jungen Leute bei einer Führung durch die
Bauhaus-Universität Gestalt an. Ursprünglich als Kunst- und Kunstgewerbeschule gegründet,
vereinte sie im Laufe ihrer Geschichte Baukunst und Handwerk auf einzigartige Weise.
Neben einer Stippvisite des Hauses am Horn, der einzigen vom Bauhaus in Weimar realisierten
Architektur, standen auch der Besuch der Wirkungsstätten von Goethe und Schiller und eine
Stadtrundfahrt auf dem Programm. Dass Weimar ebenso für ein dunkles Kapitel deutscher
Geschichte steht, erlebten die Fachschüler und ihre Lehrer beim Besuch der
Gedenkstätte Buchenwald.

   

Bild links: Wie sich Zeiträuber identifizieren und verbannen lassen, stieß bei den Lacktechnik-Stipendiaten der Sto-Stiftung, hier Nina Thielvoldt aus Hamburg (Mitte) und Michael Giedemann aus Lahr (rechts) auf großes Interesse. Während ihrer Ausbildung begleitet die Sto-Stiftung die jungen Leute und bietet in zwei Seminaren praktische Tipps zu Zeitmanagement und Kommunikation sowie die Chance zum Austausch und Netzwerken. Foto: Sto-Stiftung / Christoph Große

Bild rechts: Auf dem Programm stand auch eine Stippvisite des Hauses am Horn, der einzigen Architektur des Bauhauses in Weimar. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Sto-Stiftung Michaela Reck, Michael Giedemann, Alina Mudersbach, Sabrina Graf, Nina Thielvoldt, Juliane Matussek und Kai-Christopher Hardt (v. l. n. r.) besuchen eine der sieben deutschen Fachschulen Farbe, um den Abschluss des „Staatlich geprüften Farb- und Lacktechnikers“ zu erwerben, inklusive Meisterbrief und Fachhochschulreife. Foto: Sto-Stiftung / Christoph Große
  
Weitere Informationen: www.sto-stiftung.de

 

Für den neuen Anstrich sorgten im letzten Handwerker-Team sieben Malergesellen, die an den Fachschulen in Berlin, Hamburg, Hildesheim, Fulda, Lahr, München und Stuttgart eine Weiterbildung zum „Staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker“ absolvieren. V. l. n. r.: Maximilian Wolfgruber, Pirmin Kenk, Fabian Walter, Alexander Neumann, Annika Hillegeist, Kai-Christopher Hardt, Jakob Berner, Bastian Schultze. Foto: Yael Schmidt / Sto-Stiftung

 

Presseinformation 08/2019 der Sto-Stiftung

: : Fachschüler aus Lahr bei bilateralen Fassadensanierungsprojekt in Tel Aviv


BAUHAUS-Sanierung in Israel:

Max-Liebling-Haus erstrahlt in neuem Glanz

  Stuttgart. Von März bis Mai legten Azubis des deutschen Stuckateur- und Fachschüler des Malerhandwerks in vier Teams zusammen mit israelischen Handwerkern und Studenten Hand an beim wichtigsten Förderprojekt der Sto-Stiftung in diesem Jahr: der Komplettsanierung der denkmalgeschützten Fassade des im Stil des BAUHAUS errichteten Max-Liebling-Hauses in Tel Aviv. Für den neuen Anstrich sorgten im vierten und letzten Handwerker-Team nun sieben Malergesellen, die an den Fachschulen in Berlin, Hamburg, Hildesheim, Fulda, Lahr, München und Stuttgart eine Weiterbildung zum „Staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker“ absolvieren. Mit dabei war auch Pirmin Kenk von der Badischen Malerfachschule in Lahr. Das Projekt konnte termingerecht fertiggestellt werden.

Symbolträchtiges Weltkulturerbe

Das Projekt hat einen sowohl kulturhistorisch als auch interkulturell bedeutsamen Rahmen: 100 Jahre Bauhaus. Das in diesem Stil errichtete Max-Liebling-Haus ist eines von rund 4.000 Wohngebäuden der sogenannten „Weißen Stadt“, die nach 1933 von deutschen Bauhaus-Architekten errichtet worden waren. Die Gebäude gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Anlässlich des 50sten Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel vereinbarten beide Regierungen die beispielhafte denkmalschutzge-rechte Komplettsanierung des Max-Liebling-Hauses.

Mit dabei in Tel Aviv war Pirmin Kenk, der an der Badischen Malerfachschule in Lahr eine Weiterbildung zum „Staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker“ absolviert. Foto: Yael Schmidt / Sto-Stiftung

Junge Handwerker erneuern alte Fassade
Die Sanierung der Fassade wurde als Jugendcamp konzipiert, das junge deutsche und israelische Handwerker zusammenführt. Sie ist Teil der Kooperation „Open for Renovation“, die vom Amt für Bundesbau (ABB) in Mainz als Vertretung der Bundesregierung und der Geschäftsstelle Weiße Stadt Tel Aviv koordiniert wird. Die gemeinnützige Sto-Stiftung finanzierte und organisierte den deutsch-israelischen Workshop zur Fassadensanierung.

    


links: Im Rahmen eines Workshops wurde die Fassade des Max-Liebling-Hauses in Tel Aviv denkmalschutzgerecht saniert. Das Projekt konnte termingerecht fertiggestellt werden. Foto: Yael Schmidt / Sto-Stiftung

rechts: Das Max-Liebling-Haus vor der Komplettsanierung: Das Gebäude ist ein typisches Beispiel für den durch Bauhaus-Elemente geprägten „Internationalen Stil“ und steht unter Denkmalschutz. Foto: Yael Schmidt

In drei Teams arbeiteten je fünf Stuckateur-Auszubildende der Berufsschule Leonberg jeweils eine Woche an der Fassade des Max-Liebling-Hauses: Sie sanierten Risse, trugen Tiefen- und Haftgrund sowie Oberputz auf. Nach einer Trocknungszeit für den Putz bekam das Gebäude nun einen neuen Anstrich vom Maler-Team, das von der Malermeisterin Annika Hillegeist angeleitet wurde. Ein reger Aus-tausch mit den jungen israelischen Handwerkern vor Ort trug zum interkulturellen Wissenstransfer bei. Am 19. September soll das Gebäude offiziell seiner Bestimmung als deutsch-israelisches Dokumen-tations-, Vermittlungs- und Kompetenzzentrum übergeben werden.
Fachschüler der sieben deutschen Maler-Fachschulen werden im März nächsten Jahres wieder in Tel Aviv sein, um auch im Innenraum Wände, Decken, Türen und Fensterrahmen denkmalschutzgerecht zu sanieren.

Weitere Informationen und Bilder zum Workshop: www.sto-stiftung.de.
Informationen zur Weißen Stadt Tel Aviv: www.whitecitycenter.org.


siehe auch:
https://www.badische-zeitung.de/junge-handwerker-aus-suedbaden-renovieren-weltkulturerbe-in-tel-aviv