Interview

: : Das Interview

Was macht eigentlich Martha Mußler?

Es fehlt mehr als ein Farbtupfer, die herzliche Begrüßung am Morgen, ein paar Stapel Akten:
Martha Mußler unterrichtete von Februar 1980 bis Juli 2016 kompetent und energiegeladen
alles rund um die Betriebswirtschaft.

Bamala: „Wachst du morgens manchmal noch auf und denkst, jetzt wird’s aber Zeit in die Schule zu fahren?“
Martha Mußler: (lacht laut) „Nein! Nie! Ich war innerlich am nächsten Tag ‚in Renteʻ, wie man so schön sagt.
Alle Unterlagen sind fort, nur von meiner guten Bridge-Schultasche konnte ich mich noch nicht trennen.
Es war eine wunderschöne Zeit, aber es gibt ein Leben nach der Bamala!“
Bamala: „Erzähle von deinem Nach-Bamala-Leben:“
Martha Mußler: „Ich spiele in einer Laienschauspielgruppe mit. Wir befassen uns gerade mit der heiligen Gertrude
von Ortenberg. Ich recherchiere über ihr Leben, habe Kontakt zu einem Professor in Wien geknüpft, mit dem ich
mich bald mal treffen will. Schule ist ja auch Theater, man muss unterhalten und wird unterhalten!“
Bamala: „Welches
Theateʻ hast du in der Schule am liebsten gespielt?“
Martha Mußler: „Buchführung an erster Stelle! Deswegen bin ich besonders gerne in die Meisterklassen gegangen.
Ich habe immer gesagt, ich unterrichte das, was alle Schüler lieben! Ich hatte nette Schüler und supernette Kollegen.
Mit einem übe ich ab und zu russische unregelmäßige Verben, nach Russland zur Bamala-Partnerschule würde ich
schon wieder mitfahren.“
Bamala: „Du scheinst gerne unterwegs zu sein?“
Martha Mußler: „Ja, auch gerne in der näheren Umgebung. Flohmärkte liebe ich immer noch. Ich habe mit Nähen
angefangen und kann jetzt meine Flohmarktschätze gleich selbst noch mit Nadel und Faden aufpimpen.“
Bamala: „Also häuslich bist du auch geworden?“
Martha Mußler: „Und wie! Ich habe mir auch einen Thermomix gekauft und koche jetzt endlich mal selbst.“
Bamala: „Mehr Zeit scheinst du ja nicht zu haben!“
Martha Mußler: „Das war noch lange nicht das ganze Programm. Ich gehe regelmäßig zu offenen Singkreisen,
frühstücke gemeinsam mit meinen ehemaligen Schulkameraden und man kann mich auch zu einem Schrankalarm buchen!
Bamala: „Schrankalarm, was ist das denn?“
Martha Mußler: „Ich komme vorbei, helfe beim Aussortieren und Neuorganisieren des Kleiderschranks.
Ich kenne Leute, die haben 40 Paare Socken in der Schublade, das braucht doch kein Mensch!“
Bamala: „Gibt es einen Traum, den Du dir gerne erfüllen würdest?“
Martha Mußler: „Ja! Am liebsten würde ich bei mir zu Hause die Ölmühle wieder herrichten und ein Heimatmuseum
mit Café einrichten. Diesen Traum würde ich mir gerne bis zu meinem 70. Geburtstag erfüllen.
Gelegentlich spiele ich Lotto, für 1,40 Euro. Für diese Traumerfüllung braucht es aber vor allen Dingen die richtigen
Kontakte und Mitstreiter.“
Bamala: „Dein  Nach-Bamala-Leben klingt sehr spannend.
Viel Glück – vor allen Dingen für die Erfüllung deines Traumes!

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