Fachschule für Gestaltung  >>  Gestalterarbeiten

 

 

[  T:   S C H U L T E   H Ö P I N G  
F:   F R A N K E

H O F M A N N  07_2 0 1 7  ]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gestalterarbeit: Stilepochen

VON DER RENAISSANCE BIS ZUR MODERNE

„Welcher Stil paßt zu mir…?“ So oder ähnlich wird sich mancher angehender Gestalter gefragt haben, als er sich mit dem Thema der Gestalterarbeit auseinandersetzen wollte: „Stilepochen: von der Renaissance zur Moderne“. Gewählt haben die FachschülerInnen Renaissance, Barock, Jugendstil, Bauhaus und PopArt der 60er Jahre.
Die FachschülerInnen entwickelten ein stiltypisches Erscheinungsbild mit durchgehender und typografischer Gestaltungslinie, exemplarische werktechnische Umsetzungen in maler- und lackiertypische Werktechniken auf Alu-Tafeln in den Abmessungen 50 x 150 cm sowie eine Dokumentation und Präsentation ihrer Arbeiten.

In der Aula unserer Schule sind neben diesen Arbeiten außerdem Fassadenentwürfe mit Originalbemusterungen sowie typische Fundstücke der Stilepochen von Musikinstrumenten bis zu Materialproben zu besichtigen.
Die Ausstellung dauert bis April 2018. Viel Freude beim Schauen!

Die Ausgangslage:
Die FachschülerInnen hatten die Aufgabe, innerhalb einer Eigenwerbung eine gestaltungstechnische Referenzarbeit zum Thema „Stilepochen…“ zu erstellen. Die Stilepochen sind: Renaissance, Barock, Jugendstil, Bauhaus und PopArt 60er Jahre. Die BMFS beauftragt Sie als Staatl. Geprüfter
Gestalter/in und Meister/in, ein einheitliches u. stiltypisches Erscheinungsbild (CD) zu entwickeln, das
sich über die Erarbeitung der grafisch/typografischen Gestaltungslinie, die exemplarische werk-
technische Umsetzung der Gestaltung im Innen- und Außenbereich bis zur Präsentation produkt-
technischer Muster erstreckt…

Zu den Anforderungen zählten:

-      Eigenwerbung, konzeptionell mit Name, Wort- und Wort-/Bildmarke
-      Gestaltungstechnische Umsetzung und Präsentation der Referenzarbeit in der Aula bestehend aus vier Tafeln und einer Vitrine.
-      Die Tafeln im Einzelnen:
-      Typo-Tafel in Lacktechniken mit Details zur Epoche und Persönlichkeiten
-      Architekturtafel in Malertechniken mit stiltypischen Ornamenten und Blattmetallauflagen
-      Technik-Tafel in Lacktechniken ,mit Ausschnitten  aus technischen Erfindungen
-      eine Farbe-und-Fund-Tafel mit Fassadenentwürfen sowie Originalfarbmustern nach
Farbenherstellern und Nachmischungen, stiltypischen Objekten, Fundstücken sowie
Materialproben

-      Eine printtechnische Dokumentation in einer Mappe
-      Eine digitale, themenbezogene Präsentation

Die FachschülerInnen erläutern ihre persönlichen Vorlieben für die jeweilige Stilepoche wie folgt:

Renaissance / Denis Kainka:
Gut gefallen hat mir, dass Fachlehrer und Fachschülern in ihrer freien Zeit zur Verfügung standen und geholfen haben. Weniger gut gefallen hat mir, dass sich die Fachlehrer in die Bearbeitung der praktischen Tafeln eingemischt haben und die Dokumentation zu hoch bewertet werden. Die praktischen Lehrer sollten bei der Entwurfsarbeit mehr zu sagen haben, da sie wissen wie schwer es umzusetzen ist. Wir Schüler haben auch viel zu viele Diskussionen geführt.
Barock / Anna Barth:
Barock ist eine Epoche, die mich immer schon faszinierte. Es sind nicht nur die atemberaubenden Bauwerke, die durch Prunk und Pracht meinen Blick fesseln, sondern auch die viele schöne Musik, mit der ich als Musikerin aufgewachsen bin. Zum Thema der Gestalterarbeit las ich mich kurz in alle möglichen Epochen ein und es stand schnell für mich fest, dass meine Wahl nur auf den Barock fallen würde. Hier passt einfach meine Identifikation.
Klassizismus / Barbara Rößling
Schiller, Goethe, Beethoven und Mozart prägten zum einen den Klassizismus und zum anderen die heutige Zeit. Da stand meine Wahl schnell fest, dass der Klassizismus für die Gestalterarbeit genau zu mir passt. Es gibt verschiedene Zeitzonen im Klassizismus, die ihn so faszinierend machen. Auch dass er Bezug nimmt auf die Antike. Für den Bereich des Malers war dies zusätzlich eine neue Herausforderung: der Stuck an Wänden und Decken, die Farbgebung, die zuerst dominante Farben, später helle und graue Farben hervorbrachte. Der Biedermeier entstand im späten Klassizismus und ist bis heute beliebt und immer noch im Trend. Eine Stilepoche eben, die bis heute das Berufsbild des Malers prägend ist.
Historismus / Tobias Hoppe
Die meiner Meinung nach spannendste, schnelllebigste und erfindungsreichste Stilepoche war der Historismus. Es wurden sämtliche Baustile wiederentdeckt und miteinander gemischt. Man merkte, dass die Vielfältigkeit und die Möglichkeiten, die sich dahinter verbergen, gigantisch sind. In dieser Zeit wurden viele sehr große Dinge in Sachen Mobilität erfunden: die elektrische Straßenbahn, das Flugzeug und das Automobil, um nur einige zu nennen. Hier stand für mich als Fahrzeuglackierer fest, dass nur diese die Stilepoche meiner Wahl sein konnte.

Jugendstil / Robin Busam:
Am Jugendstil gefällt mir am besten, dass sich so viel in so kurzer Zeit ereignet hat. Wenn ich nur an die Vielzahl der technischen Erfindungen denke. Mir gefallen die typischen Farben und Formen sehr.
Die Architektur fasziniert mich bei jedem Gebäude aufs neue. Immer diese Details an jedem noch so kleinen Teil. Und dann die geschwungenen Ornamente, die zusammen ein Ganzes ergeben. Überrascht hat mich, dass die bekannteste Jugendstilschrift, Arnold Böcklin, gar nicht von ihm selber war, sondern nur nach ihm benannt wurde.
Bauhaus / Christine Borkam:
Das Bauhaus ist trotz seiner relativ kurzen Zeit eine sehr, sehr interessante Epoche. Es hat mich durch seine Klarheit, Geradlinigkeit und Schlichtheit überzeugt. Beim Einarbeiten in die Thematik hat mich diese Zeit endgültig gefangen. Dazu zählen das plötzliche Auftauchen dieses Stils mit 14 Jahren Blütezeit als Avantgarde-Kunstschule wie auch der Überlebenskampf zum Ende hin. Selbst heute ist Bauhaus immer noch und immer wieder „in“.
PopArt der 60er Jahre / Umut Topal:
Die Epoche der 6oer Jahre ist jung, bunt und kraftvoll. Es sind viele neue Dinge passiert, was Technik, Mode und Musik angeht. Ich war überrascht, dass ich im Netz alles sehr gut nachverfolgen konnte und die Zeit des Pop-Art für mich so lebendig wurde. Viele Bücher, Materialien und Gegenstände habe ich gesichtet. Vor allem begeisterte mich die Jugendbewegung, das Woodstock-Festival und das spezielle Gefühl dieser Zeit.

Denis Kainka
Anna Barth
Barbara Rößling
Tobias Hoppe
Robin Busam
Christine Borkam
Umut Topal

 

   

Rückblickend auf ihre „Lahrer“ Zeit an der Bamala schreiben die Fachschüler:
Denis Kainka:
Gut gefallen hat mir, dass Fachlehrer uns Fachschülern in ihrer freien Zeit zur Verfügung standen und geholfen haben. Weniger gut hat mir gefallen, dass die Dokumentationen zu hoch bewertet werden. Wir Schüler haben auch viel zu viele unnötige Diskussionen geführt.

Anna Barth:
Was habe ich aus den zwei Jahren mitgenommen? Nun: vor allem Erfahrung und mehr Selbstbewusstsein. Ich habe vieles neu gelernt, auch was den Umgang mit verschiedenen Charakteren in einer Gruppe angeht.

Barbara Rößling:
Die Lahrer Zeit wird mir sehr fehlen, denn an der Bamala ist es wie in einer kleinen Familie. Selbst die Schüler dürfen hier die großen Maschinen selbstständig bedienen, was es sehr interessant machte. Zudem haben die Lehrer immer zu einem gehalten und auch ermutigt, wenn es mal nicht so gut lief. Manchmal gab es auch Menschen mit wenig ermutigenden Aussagen. Diese haben mir im Vorfeld wegen der häuslichen Versorgung meiner beiden kleinen Kinder nur geringe Chancen zum Bestehen zugetraut. Deswegen hat mich der Ehrgeiz gepackt und ich wollte es aller Welt beweisen: man kann auch mit Kindern und als Frau eine Weiterbildung zur Meisterin und Gestalterin bestehen! Die Betreuung und Weiterbildung zur Staatlich geprüften Gestalterin brachte mir dann die Unterstützung, die ich mir gewünscht habe.

Tobias Hoppe:
Durch meine zweijährige Fachschulzeit hier in Lahr konnte ich über mich selbst hinauswachsen, viele Erfahrungen sammeln und mein Selbstbewusstsein stärken. Ich konnte nochmal viele technische und organisatorische Dinge lernen. Das Spannendste war für mich der Umgang mit unterschiedlichen Menschen oder unterschiedlichen Teams mit verschiedenen Charakteren.
Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Fachschülern und Lehrkräften sowie deren Hilfe, wenn immer dies möglich war, war eine sehr große Unterstützung, die in dieser Art wohl einzigartig ist.

Robin Busam:
Von meiner Lahrer Zeit werde ich viele Erfahrungen und Einblicke in neue Themen mitnehmen. Ganz besonders habe ich einen neuen Blick auf das Arbeitsleben bekommen, Stichwort Perspektivwechsel.

Christine Borkam:
Durch die Schulzeit und die Erfahrungen bin ich erwachsener geworden und selbstbewusster. Ich hatte hier alle Möglichkeiten, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und neue Dinge zu lernen. Der positive Umgang mit den Fachlehrern und die vielen Unterstützungen werden mir sehr fehlen.

Umut Topal:
Von meiner Bamala-Zeit nehme ich sehr viele Erfahrungen und neue Techniken mit in mein Berufsleben. Durch die Schulungen fühle ich mich sicherer als vorher. Auch persönlich habe ich mich weiterentwickelt.

Wir wünschen viel Erfolg im beruflichen und privaten Tun! Schönes Leben