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Fachschule für Gestaltung  >>  Gestalterarbeiten

 

 

 

Frauenpower im Handwerk
an der Badischen Malerfachschule in Lahr


Im Rahmen einer (kleinen) Feierstunde wurden die erfolgreichen Absolventinnen der Technikerklasse FGF2 an der Badischen Malerfachschule Lahr verabschiedet. Aus der Hand von Studiendirektor Michael Schulte Höping, Leiter der Fachschule für Gestaltung an der Bamala und Fachberater Farben des Regierungspräsidiums Freiburg, erhielten die Schilder- und Lichtreklamemeisterin Anna-Maria Mack (Kirn) sowie die beiden Malermeisterinnen Jasmin Pitzke (Offenburg) und Selin Hollinger (Gengenbach) ihre Abschlusszeugnisse und dürfen sich nach zweijähriger Ausbildungszeit offiziell als „staatlich geprüfte Gestalterinnen“ bezeichnen.

In seiner mit Augenzwinkern vorgetragenen Verabschiedungsrede, die unter dem Motto „Frauenpower – Frauen sind das starke Geschlecht!“ – stand, wies Klassenlehrer Heiko Franke darauf hin, dass es in diesem Jahr erstmals in der langen Geschichte der Bamala einen reiner Frauenjahrgang gegeben hätte,
ein durchaus bemerkenswerter Umstand für eine Handwerkerschule mit 80 Prozent Männeranteil. „Alle reden davon, dass es mehr weibliche Führungskräfte geben soll. Wir bilden sie aus!“ lautete Frankes Fazit.

Die öffentlichen Präsentationen vor Fachpublikum von Anna-Maria Mack, Jasmin Pitzke und Selin Hollinger waren zumeist sehr gut dotiert. Souverän führten Sie durch ihre digitalen Präsentationen, Aufgebauten Messestände und überzeugten in deutscher und englischer Sprache, präsentierten ihre handwerklichen Arbeiten.

Präsentation von Anna-Maria Mack

 

 

Ein deutlicher Schwerpunkt liegt auf den gestalterischen Fächern wie Gestaltungslehre, Entwurf und Typografie in denen mit viel Liebe zum Detail, Ausdauer und Disziplin die drei Gestalterinnen manuell und digital sich austoben durften.

Die vier Referenztafeln, die jede Absolventin unter dem Arbeitstitel „Singing Rock“ zu gestalten hatte, sollten eine Eigenwerbung für eine fiktive Firma darstellen. Eine weitere Vorgabe war diese in polygoner Optik zu gestalten. Das heißt, die Tafeln sollten mehreckig abstrahiert aufgebaut sein. Der Pflichtbereich wie folgend:

a) Eine einführende typografische Tafel
b) Eine malertechnische Tafel
c) Eine lackiertechnische Tafel
d) Eine Tafel, in der der Messestand beschrieben wird
e) Erstellen eines dreidimensionalen Objektes
f) Ausgestalten einer Vitrine
g) Erstellen einer Dokumentation für die Firma, sowie für die Ausführung der Tafeln

Es sollte weiterhin eine Dokumentationsarbeit in Form eines Buches erstellt werden, das die jeweiligen Werdegänge von der Grundidee bis zur Ausarbeitung der Arbeiten transparent macht.

Neben ihren gestalterischen Fähigkeiten haben die drei Absolventinnen Ausdauer, Disziplin und Kenntniserwerb in mehreren Bereichen erworben und Ihr Leistungsportfolio spürbar erweitert - Sie sind nun bestens für ihre berufliche Zukunft gerüstet – an der Schnittstelle zwischen Produktion, Projektmanagement, Ingenieur, Designer oder Architekt und Handwerker, also dem der ausführt.

Bei der Ausbildung zum staatlich geprüften Gestalter machen die Fachschüler im ersten Jahr den Meister in ihrem jeweiligen Handwerk und belegen Zusatzunterricht  in den Fächern Berufliche Kommunikation, berufsbezogenes Englisch und Mathematik. Im zweiten Jahr vertiefen Sie ihre Kenntnisse und erweitern diese durch Projektmanagement, Entwurf, Typografie, Mathematik und Weitere.

Die Technikerstücke hängen 1 Jahr in der Aula der Badischen Malerfachschule in Lahr und können nach Voranmeldung im Sekretariat besichtigt werden.

Präsentation von Jasmin Pitzke

 

   

Die Absolventinnen beschrieben Ihr Technikerjahr wie folgend:

Anna Maria Mack – Auszug Gestalterdokumentation:
(…) Mein Name ist Anna-Maria Mack, ich bin 26 Jahre alt und komme aus Kirn/Rheinland-Pfalz. 2008 habe ich die Ausbildung zur Schilder- und Lichtreklameherstellerin begonnen und diese 2011 erfolgreich abgeschlossen. Nach vier Gesellenjahren habe ich mich entschieden an die Bundesfachschule für Werbetechnik zurückzukehren und die Weiterbildung zur Meisterin und staatlich geprüften Gestalterin zu machen.
Im Rahmen dieser Weiterbildung wurde uns die Aufgabe gestellt, ein komplettes Firmenbild für die fiktive Firma „Singing Rock“ zu entwickeln. Die Firma möchte auf einer Sportmesse mit dem Slogan „Geometric Force“ ausstellen. Ich habe mich für ein Unternehmen entschieden, das sich mit unterschiedlichen Freiwassersportarten beschäftigt.

Persönliches Statement von Anna Maria Mack:
Die Zeit an der Bamala hat mir sehr viel Freude gemacht. Einerseits freue ich mich, dass ich die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen habe. Andererseits bin ich auch etwas traurig. Ich haben in den vergangenen zwei Jahren Freundschaften geschlossen, die hoffentlich auch nach unserem Abschluss bestehen bleiben. Es war eine schöne Zeit!

Selin Hollinger – Auszug Gestalterdokumentation:
Mein Name ist Selin Hollinger, ich bin 22 Jahre alt und wohne in Gengenbach. Nach meiner bestanden Gesellenprüfung zur Maler und Lackiererin habe ich ein Jahr lang als Gesellin gearbeitet und mich dann entschlossen die Weiterbildung als Meisterin und Technikerin (Staatlich geprüfte Gestalterin) zu absolvieren.
(…) Als ich das Thema „Polygone Geometrie“ das erste mal gehört habe, musste ich erst einmal „googlen“, was damit genau gemeint ist. Am Anfang war ich sehr geschockt und hatte keinerlei Ideen zu diesem Thema.

Nach längerem Suchen und Informationen sammeln wurde mir das Thema aber immer sympathischer und ich hatte auch das Gefühl, dass die polygone Geometrie mich verfolgt. Plötzlich sind mir überall Muster und Dinge in polygonem Design aufgefallen.
(…)

Jasmin Pitzke – Auszug Gestalterdokumentation:
(…) Im Rahmen der Projektarbeit zum staatlich geprüften Gestalter arbeiteten wir am vorgegebenen Thema: Polygone Geometrie, Sportstand einer Messe. Da dies viele Möglichkeiten bereit hielt, entschied ich mich für etwas, das mich auch persönlich interessiert. Kurz gesagt: Asiatischer Kampfsport, Bogenschießen und Japan. (…) Traditionelles Japan und moderne Kulturen treffen aufeinander und bilden somit etwas einzigartiges. Begleiten Sie mich auf die spannende Reise (…).

Diefenbach/Franke, Juli 2018


Präsentation von Selin Hollinger