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Lackiererfachschule  >>  Fortbildung mit „Nexa Autocolor“

 


Nexa Autocolor:

Praxistaugliche

 

Lösungen zur

 

„Zufriedenheit der

 

Werkstattkunden“.

 

„Wir Leben Lack“

 

mit diesem Slogan wirbt das Unternehmen Nexa Autocolor auf seiner aktuellen Image-Broschüre. Wie ernst es der Hildener Lackhersteller mit seiner Botschaft meint, wurde bei einem Workshop mit den Absolventen der Lahrer Lackiererfachschule deutlich.
Seit vielen Jahren pflegen die Technischen Lehrer an der Lackiererfachschule enge Kontakte zum Unternehmen Nexa Autocolor, um im Meistervorbereitungslehrgang aktuelle Themen und Neuheiten aus der Beschichtungstechnik zu erfahren. Bei ihrer Ankunft in Hilden begrüßte der Trainer und Anwendungstechniker, Herr Markus Albert, die Fachschüler und Lehrer der Lahrer Schule sowie den zuständigen Fachberater aus der Südbadischen Region, Herrn Frank Maier. Der Fachbetreuer an der Lackiererfachschule, Herr Thomas Wulff, betonte die gute Partnerschaft zwischen dem Hildener Lackhersteller und der Badischen Fachschule, die bereits seit 36 Jahren besteht.


 

 

„Aus der Praxis für die Praxis“

Da Automobilhersteller immer öfter Effektfarbtöne mit
Tiefenwirkung oder Sonderpigmente und Lasuren auf ihren Fahrzeugen einsetzen, verständigte man sich im Vorfeld
der diesjährigen Fortbildungsveranstaltung auf den Themenschwerpunkt „Farbtonangleichung bei Effektlacken
im Reparaturfall“.

Außerdem war ein Besuch in der Coloristik des
Lackherstellers geplant.

Wie immer bestand die Fortbildungsveranstaltung aus
einem Theorie- und einem Praxisteil.


Im theoretischen Teil  am Vormittag referierte Herr Albert
über Trends aus der Serienlackierung. Die Pigmentvielfalt hat
im Laufe der Zeit enorm zugenommen. Heutzutage werden zahlreiche Sonderpigmente in der Fahrzeugserie eingesetzt. Bekannte Sonderpigmente sind z. B., Pearl-Mica-Irodin,
Xirallics und Chromaflair-Flex Pigmente, neuerdings kommen
auch Colorstream, Glas- und Silver-Flair-Pigmente sowie Mattlackierungen und Strukturlackierungen hinzu.



 

Mögliche Farbtonabweichungen bei der Reparatur
Farbtonabweichungen sind im Reparaturfall ein immer wiederkehrender Diskussionspunkt mit Kunden. Der Lackierfachmann muss zur Zufriedenheit seiner Kundschaft die Reparatur so durchführen, dass das menschliche Auge den Farbtonunterschied zu den angrenzenden Flächen nicht wahrnimmt. Leider gibt es bereits in den Produktionsstätten verschiedene Applikationsverfahren, Technologien und Materialien auf die sich der Fachmann im Lackierfachbetrieb einzustellen hat. Das kostet Zeit und Geld.

„Die Kalkulation im Reparaturfall“
Spezial-Effekt-Lackierungen, u. a. aus der Serien-Werkslackierung, sind bei Beschädigungen unter Umständen über die Lackierung einer "Sichtfläche" (z.B. ganze Wagenseite) oder über eine Ganzlackierung wiederherzustellen. Dabei sind die Anweisungen des jeweiligen Lackherstellers zu beachten.

Im Reparaturfall gehören die Farbtonfindung und Farbtonerstellung für Mehrschicht-Lackierungen zu einem wichtigen Bestandteil der Kalkulation.
Vor der Verarbeitung eines 3-Schicht Perleffekt Farbtons sind in der Regel mehrere Farbmuster zu erstellen, um spätere Materialaufschläge zu vermeiden.

Die Anzahl der Spritzgänge sowie Schichtstärke der transparenten Perleffektschicht oder Lasur bestimmen die Farbtongebung der Effektlackierung.

Weitere Kostentreiber sind:
•    höhere Vorgabe- und Rüstzeiten
•    höhere Materialvorgaben sowie
•    mehrere Applikationsgänge
An ihrem späteren Arbeitsplatz haben die Fachschüler als künftige Führungskräfte die Bereiche Controlling, Effizienz und Wachstum, also die Profitabilität im Auge zu behalten.

Der Nexa Autocolor-Trainer ließ die Fachschüler wissen,
welche Unterstützung der Hildener Lackhersteller seinen
Kunden im Rahmen des Betriebsmanagements
(easy Control)
oder der Lagerhaltung (easy Store),
ermöglicht.

„easy Control“
Das Betriebswirtschaftstool ist ein innovatives Reporting-Instrument, welches Klarheit darüber verschafft, ob der Betrieb profitabel arbeitet. Welcher Kundenmix ist z. B. empfehlenswert,
um nicht nur Umsatz zu generieren, sondern auch
einen Ertrag zu erwirtschaften.
Ein anderer Gesichtspunkt befasst sich mit dem Thema Zeit.
Wie geht im Betrieb möglicherweise Zeit verloren und wo
kann wertvolle Zeit eingespart werden?

„easy Store“
Das Lagermanagement blickt auf die Lagerbestände in
Echtzeit und automatisiert Bestellprozesse. Damit ist der Unternehmer/Meister in der Lage Fehlerquellen zu
erkennen und z.B. gebundenes Kapital zu reduzieren.


Im praktischen Teil am Nachmittag befassten sich die Meisterschüler mit dem Thema Dreischichtlackierung mit einer Farbtonangleichung im angrenzenden Karosserieteil.

1. Spritzmustererstellung
Zunächst musste der Anwendungstechniker Spritzmuster erstellen. Bei horizontal zu lackierenden Flächen sind Spritzmuster auf horizontaler Fläche durchzuführen. Bei vertikal zu lackierenden Flächen müssen Spritzmuster vertikal erstellt werden.

2.  Reparatur einer Dreischichtlackierung mit Farbtonangleichung im angrenzenden Karosserieteil
In der Folge führte der Anwendungstechniker, Herr Albert, eine Dreischichtlackierung aus. Dabei erklärte und begründete er die dazu erforderlichen Maßnahmen und Arbeitsschritte.


Einblicke in die Coloristik
Mit der wachsenden Zahl von komplexen Sonderfarbtönen steigen auch die Anforderungen an die Lackierer, denn die Ausbesserung von Schäden an speziell lackierten Oberflächen ist anspruchsvoll. In besonders kniffligen Fällen helfen die Spezialisten in der Coloristik ihren Kunden mit einem umfassenden Service weiter.
Die Coloristik-Expertin, Frau Sabine Wüstenhagen, erläuterte den angehenden Fahrzeuglackierermeistern wie eine Kundenanfrage an die Coloristik Schritt für Schritt abgearbeitet wird.


Kommt eine telefonische Anfrage oder ein Original-Fahrzeugteil in die Coloristik, orientieren wir uns im ersten Schritt am OEM Code-Index des Lackherstellers oder wir messen den Farbton mit unserem Messgerät. Mit etwas Glück finden wir schon eine brauchbare Rezeptur in unserer Farbton-Datenbank, auf der zahlreiche Originalrezepturen und Varianten hinterlegt sind, so die Expertin.

 

Lässt sich der Farbton über unsere klassischen Tools nicht
ermitteln, rezeptieren wir anhand eines eingesendeten Original-
Karosserieblechs oder Karosserieteils den Farbton, erläuterte
Frau Wüstenhagen.
Dabei ermitteln wir per Mikroskop die Pigmentierung eines
Farbtons und erstellen danach Spritzmusterbleche mit
verschiedenen Nuancen.
Diese vergleichen wir mit dem von der Werkstatt eingesandten
Original-Fahrzeugteil. Für die korrekte Beurteilung, in welche
Richtung die Rezeptur geändert werden muss, damit der Farbton
in der Werkstatt passt, braucht es sehr viel Fachkenntnis und
Erfahrung, so die Expertin. „Die Optik vieler Nuancen verändern
sich unter Sonnenlicht. Deswegen gehen wir mit den Musterblechen stets nach draußen, wenn dies möglich ist, oder begutachten den rezeptierten Farbton in unserem ‚Dark Room‛, in dem wir Tages- und Sonnenlicht
simulieren können.


Erst bei vollkommener Übereinstimmung des ermittelten Farbtons mit dem Farbton des Fahrzeugs erhält der Betrieb die Rezeptur sowie einige zusätzliche Informationen für die optimale Applikation von uns zurück, so Frau Wüstenhagen.
Gegen Ende der Fortbildung im Nexa Autocolor-Trainingscenter waren die Meisterschüler um einige wichtige Erkenntnisse bereichert. Die Besuchergruppe bedankte sich bei ihrem engagierten Trainer Markus Albert für die Gastfreundschaft sowie
für die erkenntnisreichen Vorträge.

Text+Fotos: Wulff, 11/2018